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Digitalisierung in der Physiotherapie – von Telematikinfrastruktur, Prozessoptimierungen und digitalen Anwendungen

Mit der Einführung der ePA steigt auch der Nutzen für Physiotherapiepraxen an einem Anschluss an die Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen. Eine digitale Umstellung der Praxisabläufe macht zum jetzigen Zeitpunkt Sinn, denn ab 2026 wird der Anschluss an die TI verpflichtend. Im Text erläutern wir die Vorteile und Möglichkeiten der Digitalisierung.

Ein Mann steht mit dem Rücken zum Betrachter und schaut auf eine Tafel auf der die Aufschrift steht: "Digitale Transformation"

Telematikinfrastruktur

Die Telematikinfrastruktur (TI) bietet einen sicheren Austausch von Gesundheitsdaten zwischen Praxen, Krankenhäusern, Apotheken und anderen Gesundheitsakteuren. Ziel der Einführung der TI ist es, alle Akteure im Gesundheitswesen sicher miteinander zu vernetzen. Der Vorteil für die Physiotherapie liegt auf der Hand. Der interdisziplinäre Austausch wird einfacher zwischen Arzt, Ärztin und Physiotherapeut*in, die Kommunikationswege sicherer. Auch die elektronische Patientenakte (ePA) arbeitet in diesem Sinne für die Physiotherapie. Die ePa speichert Gesundheitsdaten, die je nach Einstellung der Patient*innen für Physiotherapeut*innen zugänglich sind – ein Benefit für die ambulante Physiotherapie, da umständliche Wege, für eine Einsicht in die Patientenakte mit Blick auf Risikofaktoren und bildgebende Verfahren, entfallen.

Für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur benötigen Physiotherapiepraxen einen Konnektor, eHealth-Kartenterminal(s), elektronischen Heilberufeausweis (eHBA), elektronischen Praxisausweis (SMC-B-Karte) und der Kommunikationsdienst KIM muss angelegt sein.  Physiotherapeut*innen erhalten den eHBA und die SMC-B-Karte beim elektronischen Gesundheitsberuferegister (eGBR). IT-Dienstleister sind die richtigen Ansprechpartner für die Beratung und Beschaffung von Kartenterminal, Konnektor und KIM sowie die Einbindung in das Praxissystem.

Übrigens besteht ab April auch für Masseure und med. Bademeister die Möglichkeit einen elektronischen Heilberufeausweis und die Security Module Card zu beantragen.

TI-Glossar

Konnektor – Hardwarekomponente in der Physiopraxis, die die IT-Systeme der Physiopraxis mit der Telematikinfrastruktur verbindet - oder als TI-Gateway in Verbindung mit Nutzung eines Rechenzentrums.

VPN-Zugangsdienst – verbindet medizinische Einrichtungen (berechtigte Teilnehmer) sicher mit dem zentralen Netz der Telematikinfrastruktur

eHealth-Kartenterminal(s) – Kartenlesegerät, es erkennt und liest die in der Telematikinfrastruktur elektronischen Gesundheitskarte, Heilberufeausweis, Institutionskarte sowie Krankenversicherungskarten von privat Versicherten

eHBA-Smartcard – elektronischer Heilberufeausweis der Therapeut*innen

eID – elektronische Identität - digitale Identitäten für die Versicherten im Gesundheitswesen, als Alternative zu Gesundheitskarten (eGK), und somit ein kartenloser Zugang zu allen Anwendungen der TI

SMC-B Smartcard – Institutionskarte oder Praxisausweis, mit der digitalen Identität der Institution zur sicheren elektronischen Ausweisung

KIM – Kommunikation im Medizinwesen - Ein KIM-Dienst ermöglicht Praxen, medizinische Dokumente elektronisch und sicher über die Telematikinfrastruktur zu versenden und zu empfangen.

Die Kosten zur Refinanzierung der Anschaffungs- und Betriebskosten übernehmen zum großen Teil die Krankenkassen und unterstützten aktuell den Anschluss an die Telematikinfrastruktur mit einer monatlichen Pauschale von 207,93 Euro. Zudem wird eine monatliche Zuschlagspauschale von 7,77 € je Mitarbeiter mit eHBA ausgezahlt. Details und mehr Informationen zur Finanzierung und zum Anschluss finden Sie auf unserer Website, im Mitgliederbereich und in VPT-Webinaren zur TI sowie unseren kostenlosen TI-Sprechstunden. Mitglieder können zudem weitere Informationen zur TI im Mitgliederbereich runterladen oder die individuelle Mitgliederberatung in den Landesgruppen in Anspruch nehmen.

Was kann die Digitalisierung im Praxisalltag leisten?

Prozessoptimierung

Vor dem Anschluss an die Telematikinfrastruktur steht die Auswahl geeigneter Hard- und Software für die digitale Ausrichtung einer Physiotherapie-Praxis. Mit der Umstellung von analog auf digital lassen sich viele Abläufe zeitsparend vereinfachen und deutlich professionalisieren. Speziell für die Heilmittelbranche entwickelte Software-Programme bieten Unterstützung insbesondere in der Administration einer Physiotherapie-Praxis. Die Angebote unterschiedlicher Anbieter sind breit aufgestellt. Softwareprogramme helfen bei den Aufwendungen der Patientenverwaltung, der Rezept-Abrechnung, der Patienten-Terminierung oder Rezeptprüfung. Ansprechpartner sind die Dienstleistungsunternehmen.

Videotherapie

Wer seine Praxis digital aufstellt, sollte auch an telemedizinische Lösungen wie Videotherapie in der Physiotherapie denken. Die Leistungsabgabe über Video vereinfacht eine Weiterbehandlung im Infektionsfall, kann eine Alternative zum Hausbesuch darstellen oder lange Wege vermeiden. Und nicht zu vergessen: Die gesetzlichen Krankenkassen vergüten die Leistungsposition Videotherapie/ telemedizinische Leistung.

Seit Januar hat der Gesetzgeber finanzielle Unterstützung für die Anschaffung und Betrieb der Hardware und Software ermöglicht. Physiotherapiepraxen erhalten nach Antragstellung Kostenpauschalen von 950 Euro pro Jahr für Hard- und 300 Euro pro Jahr für die Software zur Erbringung telemedizinischer Leistungen. Details finden Sie unter https://www.vpt.de/aktuelles/news-ansicht/videotherapie-in-der-physiotherapie/.

Gesundheits-Apps

Auch digitale Anwendungen, wie Gesundheits-Apps, können Therapierende in der Leistungsabgabe unterstützen. Dazu zählen digitale Therapieassistenzen, Trainingspläne, Ganganalysen oder Übungsbeispiele im Videoformat für den Trainingsplan der Patient*innen zu Hause. Die Apps ersetzen nicht die Physiotherapie, ergänzen sie aber sinnvoll und helfen die physiotherapeutischen Leistungen weiter zu professionalisieren. 

Kurz zusammengefasst

Mit der Telematikinfrastruktur wird die interdisziplinäre Kommunikation einfacher und selbstverständlich, mit Software-Lösungen lassen sich Prozesse optimieren, Videotherapie bietet die Möglichkeit der Physiotherapie auch bei langen Anfahrtswegen oder im Infektionsfall und digitale Gesundheits-Apps unterstützen Therapierende in der professionellen Leistungsabgabe.  Und nicht zu vergessen: Eine digitalisierte Physio-Praxis stellt sich zukunftssicher auf, auch im Sinne der Mitarbeitergewinnung!

Weiterführende Informationen:

Infos zur Telematikinfrastruktur – Finanzierungsvereinbarung und TI-Glossar – finden Sie auf unserer Website im Mitgliederbereich unter dem Menüpunkt „Telematikinfrastruktur“.

Checkliste für Physiotherapiepraxen zum Anschluss an die TI: https://www.gematik.de/sektoren/physiotherapie

Infos zur Videotherapie: https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/992/

(dad)

 


Neuigkeiten vom VPT Verband

Digitalisierung in der Physiotherapie – von Telematikinfrastruktur, Prozessoptimierungen und digitalen Anwendungen

Mit der Einführung der ePA steigt auch der Nutzen für Physiotherapiepraxen an einem Anschluss an die Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen. Eine digitale Umstellung der Praxisabläufe macht zum jetzigen Zeitpunkt Sinn, denn ab 2026 wird der Anschluss an die TI verpflichtend. Im Text erläutern wir die Vorteile und Möglichkeiten der Digitalisierung.

Ein Mann steht mit dem Rücken zum Betrachter und schaut auf eine Tafel auf der die Aufschrift steht: "Digitale Transformation"

Telematikinfrastruktur

Die Telematikinfrastruktur (TI) bietet einen sicheren Austausch von Gesundheitsdaten zwischen Praxen, Krankenhäusern, Apotheken und anderen Gesundheitsakteuren. Ziel der Einführung der TI ist es, alle Akteure im Gesundheitswesen sicher miteinander zu vernetzen. Der Vorteil für die Physiotherapie liegt auf der Hand. Der interdisziplinäre Austausch wird einfacher zwischen Arzt, Ärztin und Physiotherapeut*in, die Kommunikationswege sicherer. Auch die elektronische Patientenakte (ePA) arbeitet in diesem Sinne für die Physiotherapie. Die ePa speichert Gesundheitsdaten, die je nach Einstellung der Patient*innen für Physiotherapeut*innen zugänglich sind – ein Benefit für die ambulante Physiotherapie, da umständliche Wege, für eine Einsicht in die Patientenakte mit Blick auf Risikofaktoren und bildgebende Verfahren, entfallen.

Für den Anschluss an die Telematikinfrastruktur benötigen Physiotherapiepraxen einen Konnektor, eHealth-Kartenterminal(s), elektronischen Heilberufeausweis (eHBA), elektronischen Praxisausweis (SMC-B-Karte) und der Kommunikationsdienst KIM muss angelegt sein.  Physiotherapeut*innen erhalten den eHBA und die SMC-B-Karte beim elektronischen Gesundheitsberuferegister (eGBR). IT-Dienstleister sind die richtigen Ansprechpartner für die Beratung und Beschaffung von Kartenterminal, Konnektor und KIM sowie die Einbindung in das Praxissystem.

Übrigens besteht ab April auch für Masseure und med. Bademeister die Möglichkeit einen elektronischen Heilberufeausweis und die Security Module Card zu beantragen.

TI-Glossar

Konnektor – Hardwarekomponente in der Physiopraxis, die die IT-Systeme der Physiopraxis mit der Telematikinfrastruktur verbindet - oder als TI-Gateway in Verbindung mit Nutzung eines Rechenzentrums.

VPN-Zugangsdienst – verbindet medizinische Einrichtungen (berechtigte Teilnehmer) sicher mit dem zentralen Netz der Telematikinfrastruktur

eHealth-Kartenterminal(s) – Kartenlesegerät, es erkennt und liest die in der Telematikinfrastruktur elektronischen Gesundheitskarte, Heilberufeausweis, Institutionskarte sowie Krankenversicherungskarten von privat Versicherten

eHBA-Smartcard – elektronischer Heilberufeausweis der Therapeut*innen

eID – elektronische Identität - digitale Identitäten für die Versicherten im Gesundheitswesen, als Alternative zu Gesundheitskarten (eGK), und somit ein kartenloser Zugang zu allen Anwendungen der TI

SMC-B Smartcard – Institutionskarte oder Praxisausweis, mit der digitalen Identität der Institution zur sicheren elektronischen Ausweisung

KIM – Kommunikation im Medizinwesen - Ein KIM-Dienst ermöglicht Praxen, medizinische Dokumente elektronisch und sicher über die Telematikinfrastruktur zu versenden und zu empfangen.

Die Kosten zur Refinanzierung der Anschaffungs- und Betriebskosten übernehmen zum großen Teil die Krankenkassen und unterstützten aktuell den Anschluss an die Telematikinfrastruktur mit einer monatlichen Pauschale von 207,93 Euro. Zudem wird eine monatliche Zuschlagspauschale von 7,77 € je Mitarbeiter mit eHBA ausgezahlt. Details und mehr Informationen zur Finanzierung und zum Anschluss finden Sie auf unserer Website, im Mitgliederbereich und in VPT-Webinaren zur TI sowie unseren kostenlosen TI-Sprechstunden. Mitglieder können zudem weitere Informationen zur TI im Mitgliederbereich runterladen oder die individuelle Mitgliederberatung in den Landesgruppen in Anspruch nehmen.

Was kann die Digitalisierung im Praxisalltag leisten?

Prozessoptimierung

Vor dem Anschluss an die Telematikinfrastruktur steht die Auswahl geeigneter Hard- und Software für die digitale Ausrichtung einer Physiotherapie-Praxis. Mit der Umstellung von analog auf digital lassen sich viele Abläufe zeitsparend vereinfachen und deutlich professionalisieren. Speziell für die Heilmittelbranche entwickelte Software-Programme bieten Unterstützung insbesondere in der Administration einer Physiotherapie-Praxis. Die Angebote unterschiedlicher Anbieter sind breit aufgestellt. Softwareprogramme helfen bei den Aufwendungen der Patientenverwaltung, der Rezept-Abrechnung, der Patienten-Terminierung oder Rezeptprüfung. Ansprechpartner sind die Dienstleistungsunternehmen.

Videotherapie

Wer seine Praxis digital aufstellt, sollte auch an telemedizinische Lösungen wie Videotherapie in der Physiotherapie denken. Die Leistungsabgabe über Video vereinfacht eine Weiterbehandlung im Infektionsfall, kann eine Alternative zum Hausbesuch darstellen oder lange Wege vermeiden. Und nicht zu vergessen: Die gesetzlichen Krankenkassen vergüten die Leistungsposition Videotherapie/ telemedizinische Leistung.

Seit Januar hat der Gesetzgeber finanzielle Unterstützung für die Anschaffung und Betrieb der Hardware und Software ermöglicht. Physiotherapiepraxen erhalten nach Antragstellung Kostenpauschalen von 950 Euro pro Jahr für Hard- und 300 Euro pro Jahr für die Software zur Erbringung telemedizinischer Leistungen. Details finden Sie unter https://www.vpt.de/aktuelles/news-ansicht/videotherapie-in-der-physiotherapie/.

Gesundheits-Apps

Auch digitale Anwendungen, wie Gesundheits-Apps, können Therapierende in der Leistungsabgabe unterstützen. Dazu zählen digitale Therapieassistenzen, Trainingspläne, Ganganalysen oder Übungsbeispiele im Videoformat für den Trainingsplan der Patient*innen zu Hause. Die Apps ersetzen nicht die Physiotherapie, ergänzen sie aber sinnvoll und helfen die physiotherapeutischen Leistungen weiter zu professionalisieren. 

Kurz zusammengefasst

Mit der Telematikinfrastruktur wird die interdisziplinäre Kommunikation einfacher und selbstverständlich, mit Software-Lösungen lassen sich Prozesse optimieren, Videotherapie bietet die Möglichkeit der Physiotherapie auch bei langen Anfahrtswegen oder im Infektionsfall und digitale Gesundheits-Apps unterstützen Therapierende in der professionellen Leistungsabgabe.  Und nicht zu vergessen: Eine digitalisierte Physio-Praxis stellt sich zukunftssicher auf, auch im Sinne der Mitarbeitergewinnung!

Weiterführende Informationen:

Infos zur Telematikinfrastruktur – Finanzierungsvereinbarung und TI-Glossar – finden Sie auf unserer Website im Mitgliederbereich unter dem Menüpunkt „Telematikinfrastruktur“.

Checkliste für Physiotherapiepraxen zum Anschluss an die TI: https://www.gematik.de/sektoren/physiotherapie

Infos zur Videotherapie: https://www.g-ba.de/presse/pressemitteilungen-meldungen/992/

(dad)